WEISZEIT Ausgabe No 36
INTERVIEW: Dr. Volker Bauer zum Thema Prozessoptimierung
WZ-Redak: Was bedeutet Prozess- beziehungsweise Energieoptimierung und was ist zur Durchführung notwendig?Bauer: Wir alle sind stets gefordert unsere Prozesse im Hinblick auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu optimieren. Die Optimierungsmöglichkeiten hängen stark vom jeweiligen Prozess ab und müssen individuell abgestimmt werden. Hierfür ist ein hohes Ingenieurwissen und ein breiter Erfahrungsschatz notwendig. Beides ist in der WEIS INDUSTRIES Gruppe absolut vorhanden.
WZ-Redak: Wie gehen Sie beim Kunden vor Ort vor?
Bauer: Im Grunde hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: Zuerst führen wir eine Analyse gemeinsam mit dem Kunden durch. Hier gilt es die entscheidenden Fragen zu klären, ob der Prozess seine Aufgabe erfüllt oder welche Alternativen die Aufgabe besser lösen könnten. Dann betrachten wir die Komponenten. Auch hier stellen wir die Frage, ob diese für ihre Aufgabe geeignet und ob sie verfahrenstechnisch und konstruktiv richtig ausgelegt sind.
Wir betrachten, wie wir sie in Bezug auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit optimieren können. Schließlich analysieren wir die Steuerung und den Ablauf und untersuchen, ob die Komponenten richtig aufeinander abgestimmt sind. Zum Schluss schauen wir uns den Zustand der Komponenten an. Hier steht dann im Mittelpunkt, ob diese durch Wartung oder Modernisierung optimiert werden können.
WZ-Redak: Welche Einsparpotentiale sind möglich und wann haben sich die Investitionen amortisiert?
Bauer: Das lässt sich so einfach gar nicht beantworten. Die möglichen Einsparpotentiale und Amortisationszeiten hängen stark davon ab in welchem der genannten Schritte die Optimierung durchgeführt wird.
Im Schnitt erwarten wir Amortisationen von wenigen Monaten bis ca. 2 Jahren.
Prinzipiell ist eine Optimierung bei jedem Prozess möglich und sollte auch in regelmäßigen Abständen, spätestens jedoch wenn sich die Parameter ändern, durchgeführt werden.
WZ-Redak: Welche Erfolgsbeispiele können Sie aus der Praxis berichten?
Bauer: Beispielsweise war es möglich bei der Konditionierung einer Produktionshalle in der textilverarbeitenden Industrie, durch Umstellung von klassischer Raumkonditionierung (Befeuchtung und Kühlung) auf Mischkonditionierung mit direkter Verdunstungskühlung ca. 70 Prozent des Energieaufwandes zu reduzieren. Die Luftmengen wurden dabei um ca. 50 Prozent reduziert.
In einem anderen Fall konnte durch den Einsatz von speziell auf den Prozess angepassten Komponenten wiederum der Energiebedarf der Komponenten um mehr als 40 Prozent reduziert werden, die Verfügbarkeit wurde dabei weiter erhöht.
Es zeigt sich, dass bei der Prozessoptimierung nicht nur sicherheitsrelevante und energiesparende Vorteile erreicht werden, sondern auch eine höhere Verfügbarkeit der Anlage, eine längere Lebensdauer der Anlage und ein deutlich geringerer Wartungsaufwand.
Wir konnten bereits zahlreiche Projekte erfolgreich mit unseren Kunden durchführen und stehen auch in Zukunft mit unserem Fachwissen im Bereich Prozessoptimierung zur Verfügung. Die Nachfrage zeigt, dass dies vor dem Hintergrund steigender Rohstoff- und Energiepreise immer wichtiger wird.
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