WEISZEIT Ausgabe No 35
KONZMANN München geht in die Tiefe
Energiegewinnung durch Geothermie hat in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Das Prinzip Erdwärme zum Heizen oder Kühlen für den Menschen nutzbar zu machen ist gerade vor dem Hintergrund, die natürlichen Ressourcen zu schonen, zunehmend interessant.Geothermische Energie ist jahreszeitenunabhängig verfügbar und kann sowohl für die Einspeisung in das Wärmenetz als auch zur Erzeugung von Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung verwendet werden. Mit der Gründung der AFK Geothermie GmbH der Gemeinden Aschheim- Feldkirchen-Kirchheim haben die Verantwortlichen einen wichtigen Schritt in die Zukunft für ihre Bürger zu einer dauerhaften und kalkulierbaren Energieversorgung gewagt.
Das Ingenieurbüro KESS aus Prien am Chiemsee – ein Fachplaner mit langjähriger Erfahrung im Bereich erneuerbarer Energien – konnte für die Planung und Realisierung des gesamten Projektes gewonnen werden.
Die Erdwärme gelangt mit einer Temperatur von 84° C aus über 2.700 m an die Oberfläche. Eine Pumpe fördert das warme Wasser aus einer Tiefe von 600 m mit einer Ergiebigkeit von 55l/sec. Durch zwei Wärmetauscher wird die Wärme der Geothermie an den Fernwärmekreis übertragen und ins Netz geschickt. Über eine zweite Bohrung mit einer Tiefe von 3.600 m wird das Wasser in die Erde zurückgeführt.
Mit der Realisierung der Energiezentrale wurde zeitgleich ein Fernwärmenetz von circa 17.500 m in die umliegenden Gemeinden verlegt. Die KONZMÄNNER in München sind nun schon seit Juli diesen Jahres am Geothermie Projekt für die AFK in Aschheim beteiligt. Mit der Kesselanlage, Anlagentechnik und TGA hat KONZMANN einen wesentlichen Teil der Energiezentrale in sehr kurzer Bauzeit realisiert.
Von KONZMANN wurde die Kesselanlage mit zwei Kesseln von je 9.900 kW einschließlich Brenner und Steuerung geliefert. Diese Anlage ist ausschließlich als Redundanz und zur Abdeckung der Spitzenlast vorgesehen. Die Brennstoffversorgung erfolgt über eine Ölförderanlage mit zwei Öltanks von je 100.000 l Fassungsvermögen.
Die fachmännische Verrohrung gemäß Konstruktionsrichtline DRK 32 und Inbetriebnahme nach WhG § 19 erfolgte ebenfalls durch KONZMANN. Zudem erhielt die Niederlassung den Auftrag für die Umsetzung der kompletten Anlagentechnik des Heizhauses inklusive Verrohrung. Hierfür lieferte und montierte die Mannschaft vor Ort drei Fernwärmepumpen à 250 kW und eine Ausdehnungs- und Entgasungsanlage mit 46.000 l Inhalt.
Zusätzlich wurden der Fernwärme-Rückspülfilter und die Geothermie Filteranlage durch das KONZMANN Team München installiert. Sie sorgten auch für die Verrohrung des Sekundärkreislaufs/Geothermie bzw. die Verrohrung des Fernwärmekreis-Vor- und Rücklaufs bis NW 350.
Die Vorfertigung in der Werkstatt für den Gesamtauftrag begann bereits im Juli. Ab August wurde auf der Baustelle montiert. Die Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes mit einer Kesselanlage fand am 5. Oktober statt. Zeitweise war das Münchner Team mit bis zu 14 Mitarbeitern vor Ort.
Auch die Niederlassung Halle konnte bei dem Großprojekt die Aufträge für die Gewerke Heizung, Lüftung und Klima zur Zufriedenheit des Kunden ausführen.
Infolge der erfolgreich umgesetzten Baumaßnahme erhalten die KONZMÄNNER aus München zusätzliche Aufträge für die Wartung der Gesamtanlage.
Als zertifiziertes Unternehmen der AFK stellt KONZMANN Hausanschlüsse sowohl im Primärkreis als auch im Sekundärkreis für den Betreiber und Endverbraucher her. Eine Hotline für die Geothermie-Kunden und ein umfangreiches Serviceangebot schaffen zusätzliche Arbeitsplätze in der südlichsten KONZMANN Niederlassung.
Ein Projekt also, das sich sowohl für das Unternehmen, den Kunden als auch für die Umwelt auszahlt.
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