WEISZEIT Ausgabe No 3
Baghdad - Einmal Schlangengrube und zurück.
Im Jahr 1970 war der heutige Seniorchef noch Montageleiter bei den Kraftanlagen in Heidelberg. Da Edmund Weis aber Herausforderungen und Bewährungsproben immer schon gerne angenommen hat, beschloss er, sich zielstrebig weiterzuentwickeln. Gedacht – getan!
Die Anmeldung bei der Meisterschule in Darmstadt war schnell getätigt. Was dann kam, war nicht zuletzt auch eine 2-jährige Gedulds- und Zerreißprobe für die ganze Familie. Doch das war alles gar nichts gegen die Feuerprobe, die Edmund Weis zu bestehen hatte:
Eines Tages nämlich meldete sich ein ehemaliger Vorgesetzter und berichtete vom Bau einer Kälteanlage am Persischen Golf, von unhaltbaren Zeitvorgaben, einer vernichtend hohen Konventionalstrafe und extremem Erfüllungsdruck... Kein Problem für Edmund Weis!
Als "Existenzgründer" setzte er alles auf eine Karte, aktivierte seine bis dato einzigen beiden Mitarbeiter, die Brüder Sabahudin und Mehmed Mesinovic, baute einen Reisebus zur rollenden Werkstatt um und los ging’s: Kurs Süd-Südost - in Richtung Baghdad. Allein die Fahrt in den Irak dauerte 4 Tage und führte durch unzählige Länder. Schnee, Eis und unsägliche Hitze wechselten sich ab – und als die fahrende Montage-Station die Türkei durchquerte – damals noch fest im Griff des Militärregimes – wurde es richtig kritisch.
Um im Besitz der Reisekasse zu bleiben, musste Edmund Weis sein Geld im Sitzpolster verstecken. Damit das noch viel wertvollere Werkzeug an Bord blieb, war es unumgänglich, so manchen diesbezüglichen "Interessenten" mit dem Hammer davon abzuhalten. Und einmal kam es sogar zu einer wilden Verfolgungsjagd. Da musste die motorisierte Werkstatt auf über 40 km Serpentinenpaß alles geben, um zu entkommen. Schließlich dann die glückliche Ankunft im Irak.
Doch auch hier nahmen die Abenteuer so schnell kein Ende. Das zur Verfügung stehende Quartier war eine Holzbaracke, die vor Schlangen und Skorpionen nur so wimmelte. Nur gut, dass es auf dem Gelände der Kälteanlage so viel zu tun gab, dass an Schlafen sowieso kaum zu denken war: Über 5 Wochen - keinen einzigen Ruhetag, 13 Arbeitsstunden täglich -dauerte dieser Einsatz. Dann liefen die Kälte-aggregate wie geschmiert.
Erfreulich, dass der Lohn für die Strapazen nicht lange auf sich warten ließ. Denn die erfolgreiche "Irak-Mission" von Edmund Weis und seinen Männern sorgte schnell in der ganzen Branche für Furore. Interessante Aufträge folgten und Edmund Weis wurde so etwas wie ein Irak-Spezialist: Bei seiner 2. Exkursion an den Persischen Golf waren bereits 7 Männer mit im Team und bei der 3. Fahrt waren es bereits 34!
Unbeeindruckt von glühender Hitze und wirbelndem Wüstensand war es bereits damals das Markenzeichen von Edmund Weis, erstklassige Qualität zu erzielen. Nicht selten mussten vorverlegte Verrohrungen und fertige Installationen anderer Firmen rückgebaut und nochmals neu verlegt werden. Und der Erfolg gab ihm recht. Nachdem er als bekannter und bewährter Haudegen mehr als ... Montageeinsätze in ... Ländern absolviert hatte, kam irgendwann die Zeit, im "Ländle" zu bleiben und alles von einer ruhigeren Warte aus zu koordinieren.
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